Wie jedes Jahr fand am ersten Wochenende im September zum Abschluss der Saison 2003, die Krönung für alle Segler, die "Centomiglia", statt.
Dieses Ereignis erfüllte den verschlafenen und malerischen Ort Bogliaco, am Westufer des Gardasees gelegen, wieder einmal mit Leben und Treiben.
Die Centomiglia fällt in die Zeit, wenn die ersten Schneeflocken in den Alpen fallen, der Wetterumbruch dem Gardasee gewaltige Stürme beschert und der See giftig wird. Dieses Mal kam der Wetterwechsel zur Gorla, die kleine Regatta vor der Centomiglia, mit Wind bis zu 65 Knoten. Masten knickten wie Streichhölzer, einige Boote gingen unter oder wurden am Ufer zerschlagen wie die ungarische Libera Pleasure, von welcher nur noch Kleinholz übrig blieb. Segler kamen glücklicherweise nicht zu Schaden, jedoch flösste der Gardasee allen Beteiligten wieder einmal gewaltigen Respekt ein. So fragten sich auch dieses Jahr die Mannschaften und Skipper der Liberas "wie wird der Wind zur Centomiglia"?. Die Wetterlage stabilisierte sich jedoch, hielt an und mehr als 300 Regattayachten konnten bei Sonnenschein und ca. 5 Windstärken an den Start gehen.
6. Sept. 2003 um 08.30 Uhr
Startschuss zur 53. Centomiglia
Die italienische Libera Clandesteam mit Steuermann Oscar Tonoli und die deutsche Libera PWM telebox mit Steuermann Gerhard Müller setzten sich nach einem gelungenen Start sofort an die Spitze, dicht gefolgt vom Vorjahressieger Principessa.
Clandesteam und PWM-telebox segelten ein hartes Match Richtung Norden entlang den hoch aus dem Wasser aufsteigenden Felsen zur ersten Tonne nach Torbole. Beim wenden in Höhe Campione und im Kampf gegen Wind und Gegner, riss das Vorsegel der PWM-telebox, verfing sich am Mast und das Schiff drohte zu kentern.
Manövrierunfähig trieb die PWM-telebox mit dem Wind von Norden zurück. Das schnelle Handeln der Mannschaft konnte das Boot jedoch wieder stabilisieren und das Vorsegel konnte endlich wieder geborgen werden. Die PWM-telebox nahm zwangsläufig mit dem nächst kleineren Segel wieder Kurs aufnehmen. Die Liberas Principessa, Gardazzurra und btv sind zwischenzeitlich an der PWM- telebox vorbeigezogen. Um zur Spitzengruppe aufzuholen wurde das gerissene Segel im offenen Vorschiff und in Handarbeit mühsamst repariert.
Die Tonne Torbole wird mit Platz 5 gerundet und die btv-Libera war wieder in Sichtweite. In Richtung Süden nach Bogliaco wurde der Kurs von der PWM-telebox taktisch und mit ausgezeichneten Speed gesegelt. Die btv konnte wieder nach hinten gereicht werden und die PWM-telebox rundet in Bogliaco als 4-ter die Tonne. Der Wind wurde schwächer je weiter man in den Süden kam und die ersten drei Liberas konnten nicht mehr eingeholt werden. Bevorteilt durch den 2 Meter höheren Mast zog auch die "btv" im wenig Wind Bereich wieder vorbei. An der Wendeboje in Desenzano rundet die PWM-telebox wieder als 5. Ein 3. Platz der PWM-telebox hätte noch erreicht werden können, wenn der inzwischen wieder eingesetzte günstige Wind gehalten hätte, da die Liberas wieder dicht zusammengerückt waren.
Als der Wind bei der PWM-telebox jedoch fast aussetzte, konnten die näher am Ufer segelnden Liberas den Landwind bereits nutzen und mit unvermindertem Speed dem Ziel entgegensegeln.
Von den mehr als 300 gestarteten Yachten erreichte die PWM-telebox als fünftes Schiff das Ziel in Bogliaco.
Endergebnis der Spitzengruppe:
1. ITA 2002 "Clandesteam" Oscar Tonoli
2. GER 115 "Principessa" Joschi Entner
3. AUT 1 "Die BTV" Fritz Trippolt
4. HUN 2000 "Gardazurra" Farkas Litkey
5. GER 92 "PWM-telebox" Gerd Müller
6. HUN 20 "Azzardissimo" Abel Brenscan