Im Rahmen der German Open der International I4 vor Travemünde wurde
im Vorfeld erstmalig in Deutschland ein Team Race dieser spektakulären Bootsklasse ausgetragen.
Diese Form des Regattasegelns erfordert ein Höchstmaß an taktischem Geschick und Rücksichtnahme
auf schwächere Teammitglieder, da nicht das beste Einzelergebnis sondern die Gesamtpunktzahl
aller Boote des jeweiligen Teams über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Team Racing hat in der Klasse der International I4 eine lange
Tradition, denn vor jeder Weltmeisterschaft wird zuerst der Team-Race-Weltmeister bestimmt.
Grund genug für die Deutsche Klassenvereinigung, während der Travemünder Woche unmittelbar
vor der Deutschen Meisterschaft erstmals den Deutschen Team-Race-Meister zu ermitteln.
16 Boote nutzten gleich beim ersten Mal die Gelegenheit, in dieser Disziplin Erfahrungen
zu sammeln.
Da nur sehr wenige Teams bereits bei Team Races angetreten waren, wurde der Samstag Abend von allen
für taktische Besprechungen genutzt. Allein das "Team Xenofit" saß mehr als 2 Stunden zusammen,
um sich für jeden Gegner die richtigen Taktiken zurecht zu legen - ein Aufwand, der sich am Ende
rechnen sollte.
Für den Sonntag waren zwei Round Robin angesetzt, um bei frischem Wind möglichst viele Wettfahrten
werten zu können. Während eines Round Robin segelt jedes Team einmal gegen jedes andere Team - bei
den vier angetretenen Teams müssen also insgesamt sechs Wettfahrten für ein komplettes Round Robin
absolviert werden. Als Kurs war ein Up-and-Down mit Start / Ziel in der Mitte ausgelegt. Zwei Runden waren zu
absolvieren und eine komplette Wettfahrt dauerte etwa 30 Minuten.
Gestartet wurde im Abstand von 10 Minuten und somit befanden sich etwa 20 Minuten lang alle 16 Schiffe
gleichzeitig auf dem engen Kurs der "Bahn Beach" vor dem Strand von Travemünde. Das eröffnete an einigen
Stellen des Rennens die zusätzliche taktische Möglichkeit, den eigenen Gegner im Feld des nachfolgenden Matches
"abzustreifen" und sich selbst frei zu segeln.
In den ersten beiden Matches des Sonntags setzte sich das im Vorfeld hoch favorisierte "Team A" deutlich gegen
"Team Elkline" durch und auch "Team Xenofit" konnte gegen "Team D" punkten. Leider musste ein Boot des
"Team A" zwischenzeitlich mit Problemen an Land, so dass dieses Team im entscheidenden dritten Match gegen
"Team Xenofit" mit einem Boot weniger antreten musste und unterlag. Im vierten Match holte sich "Team D"
den ersten Punkt gegen "Team Elkline", musste sich aber im fünften Match dem nun wieder vollständigen
"Team A" geschlagen geben.
Obwohl in den Wettfahrten eng gefightet wurde, hatten doch alle Teams die Devise "nur nichts kaputt machen vor
der German Open" im Hinterkopf - leider hat das bei einigen nicht ganz geklappt. Im letzten Match des
Tages - "Team Xenofit" gegen "Team Elkline" - brach zuerst bei GER 25 das Schwert und kurz danach bei GER 97
der Mast. Da sich GER 25 im Gegensatz zu GER 97 gerade noch ins Ziel retten konnte,
ging auch der letzte zu vergebende Punkt an "Team Xenofit".
Aber die International I4 sind nur auf dem Wasser Gegner: An Land
packen alle gemeinsam an und mit vereinten Kräften konnten beide Schiffe bei der German Open
wieder starten.
Am Montag sollte dann das zweite Round Robin und anschliessend das Finale der beiden Punktbesten
über den Gesamtsieg entscheiden. Da ein nicht vollständig gesegeltes Round Robin
nicht gewertet werden kann wurde vereinbart, dass das Match der bisher Punktbesten ("Team Xenofit" und "Team A") als Finale gelten sollte, falls das zweite
Round Robin nicht beendet werden kann.
Nach dem Start der ersten beiden Matches verabschiedete sich der ohnehin schwache Wind
ganz und Wettfahrtleiter Jens Holscher hatte keine andere Wahl, als die Regatta
vorzeitig zu beenden.
"Team Xenofit" blieb damit ungeschlagen, holte sich mit 3:0 Siegen den Titel und ist
das erste Team, dass sich auf dem wunderbaren Wanderpreis verewigen darf.
Dieses Erste Deutsche Team Race war rund herum ein voller Erfolg und die Jahreshauptversammlung der Deutschen Klassenvereinigung hat beschlossen, dass das Team Race auch in den kommenden Jahren wieder unmittelbar vor der German Open stattfinden wird.
Endergebnis:
| 1. | Team Xenofit | 3 Punkte | GER 11 | Kahm / Wigger |
| GER 20 | Kienzler / Stock | |||
| GER 25 | Ostermair / Kopp | |||
| GER 81 | Holste / Teichmann | |||
| 2. | Team A | 2 Punkte | GER 6 | Hölter / Gräpel |
| GER 100 | Wolf / Entzminger | |||
| GER 185 | Heim / Schmidt | |||
| GER 197 | Roering / Roering | |||
| 3. | Team D | 1 Punkt | GER 3 | Meier / Witte |
| GER 5 | Lahmer / Nicolai | |||
| GER 172 | Frasch / Peter | |||
| GER 187 | Wichmann / Mallwitz | |||
| 4. | Team Elkline | 0 Punkte | GER 44 | Fackelmann / Klein |
| GER 97 | Scheulen / Koch | |||
| GER 119 | König / König | |||
| GER 180 | Reinsch / Schulze | |||