18ft Skiffs - JJ Giltinan International Championship 2004 - 1. und 2. Wettfahrt

Jedes Jahr Anfang Januar wird im Hafen von Sydney, Australien, die inoffizielle Weltmeisterschaft der 18footer ausgetragen. Bei dieser Regatta mit dem Namen "JJ Giltinan International Championship" treten die besten 18foot-Skiff-Profis der Welt gegeneinander an.

Aber auch Nicht-Profis wagen sich an diese Herausforderung: Das Deutsche "Team SpaceModels" hat in Australien ein Schiff gechartert und nimmt damit an der Regatta teil. Die Segler Thomas Eggersdorfer (München), Christian Meissner (Weilheim) und ihr Steuermann Mike Keser (Berlin) zählen schon seit Jahren konstant zu den erfolgreichsten Deutschen im Europäischen 18footer Zirkus.

1. Wettfahrt
Samstag, 3. Januar 2004
Sydney Harbour

Der Britische 18ft-Skiff-Champion "RMW Marine" dominierte heute die 1. Wettfahrt der JJ Giltinan International Championship mit einem grandiosen Sieg im Hafen von Sydney.
Steuermann Rob Greenhalgh und seine Crew Dan Johnson und Peter Greenhalgh kamen mit den schwierigen Bedingungen ausgezeichnet zurecht.
"RMW Marine" siegte 1 Minute und 58 Sekunden vor "Yandoo" mit dem Champion von 2000, John Winning, und "Asko Appliances" (Hugh Stodart) weitere 1:32 Minuten dahinter auf dem 3. Platz.
Das Rennen wurde bei 15 Knoten Wind aus Nord-Ost gestartet, der in der 1. Runde des Kurses bis auf 10 Knoten nachliess.
"Computer Associates" (Anthony Young) lag an der Luvtonne knapp in Führung aber "RMW Marine" konnte sich durch herausragende Geschwindigkeit vor dem Wind eine Führung von 35 Sekunden an der Leetonne erkämpfen.
"Yandoo" schob sich zu diesem Zeitpunkt auf den 2. Platz vor und auch "Asko Appliances" auf dem 3. Platz konnte die zu Beginn führende "Computer Associates" bis auf den 4. Platz zurückdrängen.
"RMW Marine" nutzte die Situation um ihre Führung auf dem nächsten Luvschenkel weiter auszubauen und konnte an der nächsten Bahnmarke mit einer komfortablen Führung von 1:30 Minuten vor "Yandoo" und "Computer Associates" den Gennaker zu setzen.
Der US-Amerikanische Titelverteidiger Howie Hamlin auf "West Marine" erreichte einen enttäuschenden 11. Platz mit fast 8 Minuten Rückstand auf den Sieger.
Der Australische Meister Tony Hannan ("Maytag") auf Rang 7, Michael Coxon ("Casio Seapathfinder") auf Rang 8 und der fünfmalige Champion Trevor Barnabas ("Omega Smeg") auf Rang 10 enttäuschten ebenfalls.
Das Deutsche Team auf der "General Electric" überschlug sich bei voller Fahrt mit dem fragilen Schiff in aussichtsreicher Position liegend und musste sich daraufhin mit dem 21. Platz vor "Team Canada" begnügen.

2. Wettfahrt
Sonntag, 4. Januar 2004
Sydney Harbour

Die Britische "RMW Marine" konnte mit einer weiteren Glanzvorstellung auch den zweiten Lauf der JJ Giltinan International Championship für sich entscheiden.
Bevor sie jedoch auch im zweiten Lauf als Erster die Ziellinie queren konnten musste sie sich gegen einen sehr starken Herausforderer wehren: Die Australische "Computer Associates".
"Computer Associates" kenterte nur 300 Meter vor dem Ziel, als beide Schiffe nur Sekunden voneinander getrennt auf die Linie zurasten.
Mit "Computer Associates" flach auf dem Wasser querte "RMW Marine" (Rob Greenhalgh) die Ziellinie 2 Minuten 20 Sekunden vor "Asko Appliances" (Hugh Stodart). "Computer Associates" (Anthony Young) konnte sich nach dem Aufrichten des Skiffs 1 Minute hinter "Asko Appliances" den 3. Platz retten.
Dieser Sieg verhilft der "RMW Marine" mit 2 Punkten zu einer frühen Führung in der Gesamtwertung vor "Asko Appliances" mit 5, "Yandoo" (John Winning) mit 7 und "Computer Associates" mit 9 Punkten.
Der Wind aus Nord-Ost mit 25 Knoten und die Böen mit teilweise über 30 Knoten verlangten einen hohen Preis von der Flotte. Viele kenterten und 6 Boote mussten die Regatta wegen Materialschäden aufgeben. Darunter auch das Deutsche Team mit der "General Electric", auf der ein Pinnenausleger brach. Bei solchen Bedingungen ist ein 18footer nur noch segelbar, wenn alle 3 Segler im Trapez stehen. Dies ist mit nur einem Pinnenausleger nicht mehr möglich.
Sogar der spätere Sieger musste auf dem letzten Luvschenkel eine unfreiwillige Badepause einlegen, die es "Computer Associates" ermöglichte zu passieren und einen kleinen Vorsprung herauszusegeln. Die beiden waren auf dem letzten Dreiecksschlag dicht beisammen, bis dann auch "Computer Associates" kenterte und der Zweikampf damit entschieden war.
Der Titelverteidiger Howie Hamlin aus den USA hatte in der mittleren Phase des Rennens mit Materialproblemen zu kämpfen. Er lag zu diesem Zeitpunkt auf dem 3. Platz. Das Team musste dann jedoch das Schiff umlegen um Reparaturen durchzuführen, was sie auf den 12. Platz zurückwarf.
Dieses Ergebnis machte seine Aussichten auf eine erneute Titelverteidigung so gut wie zunichte. Der dritte Erfolg und damit der Hattrick bei der begehrtesten 18footer-Trophäe der Welt ist für den Amerikaner in weite Ferne gerückt.

Am Montag, den 05. Januar 2004, finden keine Regatten statt, die 3. Wettfahrt wird am Dienstag gestartet.

Autor: team telebox (MOS) und AUS 18ft League (Frank Quealey)